Projektergebnisse aus Sachsen
01.10.2026
Sechs Monate neuer Tarifaushang beim VVO – Zeit für einen kleinen Rückblick.
Am 1. April dieses Jahres hat der neu gestaltete Tarifaushang des Verkehrsverbundes Oberelbe das Licht der Welt erblickt. Inzwischen hat er sechs Monate Praxis hinter sich – und wir sind ziemlich stolz darauf, was gemeinsam mit dem VVO und seinen Partnern entstanden ist.
Die Aufgabe klang zunächst einfach: Wie kann die vorhandene Fläche an den Haltestellen sinnvoller für die Fahrpreiskommunikation genutzt werden?
Der Prozess begann bereits im Juli/August vergangenen Jahres mit einer Bestandsanalyse und einer Zukunftsdiskussion:
- Was ist an dem vor rund 15 Jahren – ebenfalls von Probst & Consorten – entwickelten Preisaushang eigentlich noch zeitgemäß?
- Welche Zeitkarten müssen neben dem Deutschlandticket überhaupt noch kommuniziert werden?
- Welche Flächen stehen in Stadt und Land für Tarifinformationen an Haltestellen und Bahnstationen zur Verfügung?
- Wie wird sich der Verbundtarif voraussichtlich weiterentwickeln – und welche Tickets können deshalb schon heute aus der Kommunikation verschwinden?
- Wie gehen wir mit dem veränderten Mediennutzungsverhalten um?
- Und vor allem: Wie lassen sich die relevanten Tickets so kurz und verständlich darstellen, dass auch die zahlreichen Besucherinnen und Besucher der Region schnell verstehen, was für sie gilt?
Unsere wichtigste Erkenntnis dabei: Noch weniger ist noch mehr.
Deshalb verweist der neue Aushang noch deutlicher auf die eigentlichen Kaufmöglichkeiten: Apps first. Personenbedienter Vertrieb second. Automatenvertrieb third.
Entstanden sind drei auf die jeweilige Situation zugeschnittene Varianten – für Stadtverkehre, den Busregionalverkehr und die Bahnstationen.
Ein ganz besonderes Lob geht an Steffi Kunert, die als Grafikerin des VVO unsere Überlegungen mit viel Gespür für Gestaltung, Verständlichkeit und die vorhandenen Rahmenbedingungen umgesetzt hat.
Und ebenso wichtig: Vielen Dank an die vielen Theoretikerinnen und Theoretiker, Praktikerinnen und Praktiker aus Verbund und Verkehrsunternehmen, die ihre Erfahrungen, Fragen, Ideen und auch ihre kritischen Anmerkungen eingebracht haben.
So geht Arbeiten im Verbund: gemeinsam analysieren, diskutieren, ausprobieren, verwerfen, vereinfachen – und am Ende etwas schaffen, das für Fahrgäste hoffentlich vor allem eines ist: Einfach verständlich.
