Rückschau: Fachtagung Zürich 2026
22.05.2026
Zwei Tage intensive Ein- und Weitblicke in den ÖV in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Inhaltlich ging es hoch her bei unserer diesjährigen Fachtagung auf dem Uetliberg in Zürich. Unter dem Thema "Zwischen Tarifpopulismus und Angebotsrealismus: Welchen Preis ist welcher ÖV wert?" entspann sich eine beeindruckende Bandbreite an Themen und Erkenntnissen:
- Sascha Triemer (VRS) erläuterte den herausfordernden, aber erfolgreichen Weg der Tariffusion von AVV und VRS hin zum go.Rheinlandtarif: eine radikale Vereinfachung des konventionellen Tarifsystems mit eezy.NRW als Alternative – nicht zuletzt zur Entschärfung der Tarifhärten an Zonensprüngen.
- Ekkehard Allinger-Csollich (IVB) ist nicht nur als Geschäftsführer bekannt, der frühmorgens noch schnell „einen Dienst fährt“ und beeindruckende Ausblicke aus dem Führerstand postet. Vom IVB-Stadtrad – einem der erfolgreichsten Sharing-Systeme mit über fünf Ausleihen pro Tag und Rad – über das flächendeckende städtische Parkraummanagement bis hin zu sämtlichen ÖV-Handlungsfeldern (Nachtverkehr, Jahrhundertprojekt Regionalstadtbahn, e-Bus) wurde deutlich: Innsbruck ist einer der Hidden Champions der Mobilitätswende. Neben Wien ist Innsbruck die einzige – wenn auch deutlich weniger bekannte – Stadt im deutschsprachigen Raum, in der die Motorisierung zurückgeht!
- Scheinbar großzügig im ehemaligen Großherzogtum: Morell Predoehl (VWG) erläuterte pointiert, warum der kostenfreie Samstag keineswegs nur Vorteile bringt und insbesondere gegenüber Stammkundinnen und Stammkunden kritisch zu bewerten ist. Nicht ohne Grund begleitete er die Debatte mit dem augenzwinkernden Sticker „Nein danke zu Tarifsubventionen“.
- Spannende Erkenntnisse zum aktiven Vertrieb präsentierte Heiko Lindner (KVG): eine Optimierung des EBE-Managements, die sowohl direkt als auch indirekt wirkt – mit beeindruckenden Ergebnissen.
- Ferry Quast (P&C) erläuterte, welche Märkte besonders elastisch sind und wo Potenziale für Mehrerlöse bestehen. Auch der Flatrate-Bias kann ein wichtiges Instrument für die Gestaltung des Restsortiments abseits des D-Tickets sein.
- Alain Groff (Kanton Basel-Stadt), brachte die Perspektive des Dreiländerecks ein und berichtete aus langjähriger Erfahrung über die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren integrierter Mobilität im trinationalen Kontext – inklusive des sprichwörtlichen „Bohrens dicker Bretter“.
- Andreas Krewer (Verkehrsministerium Baden-Württemberg) tauchte mit uns in den vom Land Baden-Württemberg initiierten „bwregiobus" ein und erläuterte die Ansätze, lokale Aufgabenträger intensiv einzubeziehen.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden und Referierenden für das leidenschaftliche Diskutieren, Fragen und Lauschen bis spät in die Nacht!
Ein besonderer Dank gilt zudem dem Team des Hotels Uto Kulm auf dem Uetliberg und der Alpenrose für die hervorragende Gastfreundschaft.

